Ein Projekt des Nietzsche-Forums München e.V.
Einsendungen

Insgesamt erreichten uns 67 Einsendungen! Allen Teilnehmern nochmals ein herzliches Dankeschön!


Foto: Einige der Teilnehmer mit Dr. Hans-Joachim Becker (links) und Dr. Beatrix Vogel (rechts) bei der Abschlussveranstaltung am 8. 11.2008 in der Seilvilla München

An dieser Stelle veröffentlichen wir die Beiträge der Gewinner :

Eliane Dominok: „Ein Kosmisches Schachspiel“ - 1. Preis
Ein kosmisches Schachspiel. Weißer Eröffnungszug e2-e4. „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde; die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut, und Gottes Geist schwebte über dem Wasser“1. Wenn der Kosmos unendlich ist, wohin dehnt er sich dann stetig aus? Ins Nichts. Wenn zuvor Nichts war, aus was ist das Universum entstanden? Aus einer komprimierten Zusammenballung von Materie, die plötzlich auseinander barst? Doch wo kam sie her, was existierte vor ihr? Nichts. Doch wenn der Kosmos aus Nichts entstand, was umgab dieses Nichts ... weiterlesen (.pdf Datei)

Udo Strauß: „Menschenspuren“ - 2. Preis
Ja! Ich weiß, woher ich stamme,
kenne meinen wahren Sinn.
All mein Suchen, all mein Fragen,
zielt auf Ewigkeiten hin.
Zeit und Raum sind mein Zuhause,
was sie fordern, leugnet mich.
Zwischen Werden und Vergehen
Bin ich Frage, träume ich ... weiterlesen (.pdf Datei)

Maximilian Breu: „Die Sprachentlarvung“ - 3. Preis
Meine ersten Berührungspunkte mit Friedrich Nietzsche hatte ich mit sechzehn Jahren
ohne diese Berührung überhaupt wahrzunehmen: Ich begann Gedichte zu schreiben und
mich politisch zu engagieren. Im Laufe der nächsten drei Jahre lernte ich dadurch die
Macht von Worten und damit die Macht der Sprache kennen. Rhetorik und kunstvoller
Sprachgebrauch beeindruckten mich. Eine klare Welt spannte sich vor mir auf, wenn ich
ein Gedicht las oder schrieb, einen Zeitungsartikel überflog oder einer Rede zuhörte.
Doch im Sommer nach meinem Abitur veränderte sich etwas ... weiterlesen (.pdf Datei)

Christina Weidemann: "Fritz" - Sonderpreis
Die ersten 5 Minuten eines geplanten Spielfilm zum Thema.
Starten Sie den Filmausschnitt mit einem Klick auf die Start-Taste.

 

 

Hier folgen weitere Wettbewerbsbeiträge in alphabetischer Reihenfolge.

1. Claudia Brändle: Nietzsches Übermensch
Nietzsche war ein Mensch der die Extreme liebte und das Mittelmaß verabscheute. Eine Eigenschaft die sicher vielen Menschen seiner Zeit beängstigend vorkam und auch heute noch die Meinungen der Menschen über ihn beeinflusst.
Auch in seiner Konzeption des Übermenschen, einer der umstrittensten Über- legungen Nietzsches, wird dieser Hang zu den Extremen deutlich.
Der Übermensch, so wie er in Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ dargestellt wird, ist der Sinn und das Ziel des Menschen; er ist das, was an die Stelle des toten Gottes tritt.
Der Mensch ist eine Brücke, ein Brücke zwischen... weiterlesen (.pdf Datei)

2. Marcus Born: Nietzsche verstehen. Eine Skizze
Obwohl Nietzsches Werke in der Zeit vor seinem geistigen Zusammenbruch kaum rezipiert wurden, schätzte er ihre Wirkung auf die Nachwelt mit unverhohlenem Selbstbewusstsein ein. Für ihn, der sich selbst in Ecce Homo messianische Züge zuschrieb, stand die Zukunft unter dem Stern seines poetisch-philosophischen Textes Also sprach Zarathustra, für dessen Interpretation er Lehrstuhlgründungen vorhersah. In dieser Haltung drückt sich ein Habitus aus, der als erzieherisch gekennzeichnet werden kann und in dem sich Nietzsche nicht von seinen philosophischen Vorgängern unterscheidet. Wie diese erklärt er seine unwissenden Mitmenschen zu belehrungsbedürftigen Schülern, was sich am deutlichsten an Platos Höhlengleichnis zeigen lässt, in dem der Mensch gewalttätig und zu seinem Besten ans Licht gezerrt werden muss. Nietzsche bricht jedoch mit der einfachen Hierarchie von Lehrer und Schüler. ... weiterlesen (.pdf Datei)

3. Eike Brock: Mein Nietzsche ist dein Nietzsche, ist der je meinige Philosoph
Mein Nietzsche, das ist er tatsächlich, jener berühmt-berüchtigte Verkünder des Todes Gottes, der 1844 als Sohn eines Pfarrers in Röcken geboren wurde. Er ist mein Nietzsche in einem radikalen Sinne, denn mit Fug und Recht kann ich behaupten, dass er alle seine Bücher für mich geschrieben hat. So ist denn auch sein wohl bekanntestes Werk Also sprach Zarathustra eben mir gewidmet; es ist nämlich „ein Buch für Alle und Keinen“, und das bedeutet letztlich: ein Buch für den je Einzelnen. Wir sehen solchermaßen den Anklang des Exklusiven aufgebrochen; denn Nietzsche hat auch für Dich geschrieben; ist auch Dein Nietzsche... weiterlesen (.pdf Datei)

4. Tabea Cornel: Ein Brief an Nietzsche
Sehr geehrter Herr Nietzsche,
ohne es wagen zu wollen, Ihre gedanklichen und literarischen Fähigkeiten in Frage zu stellen, sehe ich mich dazu verpflichtet, kleine Ohren auf einige begriffliche Unzulänglichkeiten in Ihren Schriften aufmerksam zu machen.
Was Sie als „bewaffnete[n] Friede[n]“ bezeichnen, nennen wir heute eine Gesellschaft mit freiheitlich demokratischer Grundordnung. ... weiterlesen (.pdf Datei)

5. Ariane Dony: Auf dem Stuhl Oder Wie Nietzsche die Hoffnung sah
Es war einmal ein kleines Mädchen. Das hatte weder Vater noch Mutter. Aber es hatte einen großen starken Bruder der auf es aufpasste. Dieser Bruder kochte, putzte, wusch und las dem Mädchen an jedem Abend eine Einschlafgeschichte vor. Das Mädchen konnte es sich nicht vorstellen, ohne ihren geliebten Bruder zu leben. Wer sonst sollte auf es aufpassen, es trösten wenn es in der Nacht Angst hatte? Wer sonst sollte es beschützen vor den anderen Kindern im Dorf? ... weiterlesen (.pdf Datei)

6. Dieter Eberwein: Eine Spurensuche
„SCHREIBKUGEL IST EIN DING GLEICH MIR: VON EISEN
UND DOCH LEICHT ZU VERDREHN ZUMAL AUF REISEN.
GEDULD UND TAKT MUSS REICHLICH MAN BESITZEN
UND FEINE FINGERCHEN UNS ZU BENUETZEN.“ (Friedrich Nietzsche)
Mit dem Kopf weit über die Malling-Hansen-Schreibkugel gebeugt, tippe ich Nietzsches inzwischen berühmtes Schreibmaschinengedicht sehr langsam mit zwei Fingern auf ein vergilbtes Blatt Papier im Kleinoktavformat. Jeder Tastendruck löst einen schwach hörbaren Aufschlag der verdeckt angeordneten Typen aus. Gefolgt von einem hellen, tickenden Geräusch, gleitet der Papierwagen um eine Buchstabenbreite weiter. Im Gegensatz zu konventionellen Schreibmaschinen wirkt das uhrengleiche Ticken dieser ersten in Serie hergestellten Schreibmaschine beruhigend. Die Geräuschkulisse gleicht einer alten Standuhr, die in Verbindung mit Kerzenlicht eine gemütliche Atmosphäre schafft. Das Geschriebene bleibt zunächst unsichtbar ... weiterlesen (.pdf Datei)

7. Herbert Eichhorn: Friedrich Nietzsche – Seine Botschaft
Eine Betrachtung
Nietzsche ein Philosoph - nein, das wollte er nicht sein. Vielleicht ein Denker - das schon eher. Und Vermittler von Wahrheiten, von Wissen oder sogar Weisheiten ? Auch das entsprach nicht seinem Naturell.
Was Nietzsche von Philosophen unterscheidet, ist, dass er keine Wahrheiten, keine Theorien, keine neuen Weltanschauungen seinem Publikum zuträgt. Der Mensch steht für sich, ist Massstab ganz im Sinne der alten Naturphilosophen, Teil und Universum, selbst Religion, selbst Partei - sich selbst verantwortlich.
Nietzsche spannt den Bogen weit ... weiterlesen (.pdf Datei)

8. Katja Ertl: Nietzsche (Essay)
A. Einführung in das Leben und Denken Friedrich Nietzsches
Friedrich Nietzsche – Philologe, Professor und Philosoph zugleich, aber vor allen Dingen ein vereinsamter Mensch, der umherirrend in der Schweiz, Italien, Frankreich und Deutschland zeitlebens nie das Publikum erreichte, das er immer wollte. In frühen Jahren wendet sich Nietzsche bereits von der Philologie, mit der er stets unzufrieden war, ab und will stattdessen Philosophie als Erziehung zu Größe lehren.
Seine autobiographische Schrift „Ecce Homo“ entsteht in den Jahren 1888/89 kurz vor seinem geistigen Zusammenbruch und erscheint posthum 1908. Bedeutsam ist diese philosophische Selbstinterpretation vor allem durch den eingeschobenen Rückblick auf seine Werke. Auch mit seiner Selbstdarstellung anhand der provokanten Kapitelüberschriften wie „Warum ich so weise bin“ verbreitet Nietzsche skeptisches Erstaunen. ... weiterlesen (.pdf Datei)

9. Simon Färber: "Über N" oder "Die Entwertung aller Werte?"
Bei unserer ersten Begegnung lief nicht ich ihm sondern er mir über den Weg. Dieses Zusammentreffen mit Friedrich Nietzsche ereignete sich während einer meiner Freistunden in der, meiner Schule nahe gelegenen Bibliothek, in welcher ich gerne meine unterrichtsfreie Zeit verbrachte. Ungewöhnlich hektisch eilte ich jenen Morgen durch die Regale- warum kann ich selbst nicht mehr sagen. So kam es, dass ich, um eine Regalbiegung hetzend mit
einer jungen Frau zusammenstieß, die gerade dabei war der Ablage vor ihr ein Buch zu entnehmen ... weiterlesen (.pdf Datei)

10. Werner Faßreiner: Nietzsches Versäumnis
Im Folgenden wird etwas über Nietzsche gesagt. Was heißt „über“ Nietzsche? Führt uns dieses Wort nicht in eine Position der scheinbar Besserwissenden, weil Heutigen? Dazu sind wir weder im Stande noch ermächtigt. Welche Methode ermöglicht uns nun einen Zugang zu einem Denker vom Range Nietzsches? Antwort: Die besinnlich-philosophische Bemühung um sein Werk und somit das Zwiegespräch mit ihm selbst.
Was ist Nietzsche das Fragwürdigste? Wonach fragt er ... weiterlesen (.pdf Datei)

11. Manfred Freude: Sensationelle Entdeckung: Bisher Unbekannte, letzte“ Nietzsche Handschrift entdeckt
London: Stellen sie sich vor sie sitzen im Theater von Athen, in Griechenland 450 v. Chr., und beobachten eine Komödie des Aischylos. In London wurde, worüber bisher nur leise geflüstert wurde, nun eine bislang unbekannte Handschrift zu einer bisher nur geplant geglaubten Kompilation Nietzsche contra Wagner und der Gedichte Dionysos- Dithyramben gefunden, die überarbeitet zur Veröffentlichung war. Mit vielen, bisher unbekannt gebliebenen Hinzufügungen, sind die entdeckten Blätter versehen. Sie befinden sich im ausgezeichneten Zustand... weiterlesen (.pdf Datei)

12. B. Grbavac: Fluch auf Nietzsche
Infam und besudelt vom Rausch deiner Häme
wütet dein Schüler durch Gefilde und Zeit.
Das Urteil des Sokrates gerecht nur dir käme,
da mein giftiger Körper wegen dir nicht verheilt. ... weiterlesen (.pdf Datei)

13. Martin A. Hainz: 1000 Worte, Bild und Bilder. Zu Nietzsche
Nietzsche denkt in Bildern; ein Bild sagt mehr als 1000 Worte; 1000 Worte zu Nietzsche? 1000 Worte zu einem Bild von Nietzsche … zu einem Tier, das vielgestaltig ist, nämlich poly- und a-, vielleicht auch pseudomorph: dem Monster, dem, was sozusagen die Klasse des Nicht-Klassifizierbaren ist.
Allzu klassifizierbar und Bild des Klassifizierens ist die Eule, bei Ortega y Gasset aber immerhin jener staunende „Vogel, der immer geblendet ist.” ... weiterlesen (.pdf Datei)

14. Franz Lukas Hell: Mein Nietzsche oder die Geschichte eines Suchenden
Im folgenden möchte ich versuchen, einige meiner Gedanken und Erfahrungen bei der Lektüre und im Studium von Nietzsches Werk, in Sprache zu fassen. Frei und redlich, nach dem Motto:
„Leg ihn aus, so legt er sich vielleicht hinein,
er selbst kann nicht sein Interprete sein.“ ... weiterlesen (.pdf Datei)

15. Dr. Gerhard Hofweber: „Wie man wird was man ist“
Wie wird man, was man ist? Die Frage ist nicht leicht zu beantworten, allein schon deshalb, weil sie soviel impliziert. Darin liegt, dass wir bereits etwas Bestimmtes und nichts Beliebiges sind, aber wir müssen dieses noch werden. Wie ist das zu verstehen? Werden heißt, im Sinne des Aristoteles, etwas Mögliches verwirklichen. Das Mögliche muss demnach ebenso zum Seienden gehören wie das Wirkliche. Das Mögliche ist am Wirklichen seiend. Dabei ist der Inhalt des Möglichen und seiner Verwirklichung gleich. 100 mögliche Taler sind Inhaltlich nicht von 100 wirklichen Talern unterschieden. Die Eichel enthält den ganzen Inhalt der Eiche, sämtliche Bestimmungen, nur, dass diese noch nicht verwirklicht sind.
Zu werden was man ist bedeutet, das zu verwirklichen, was wir der Möglichkeit nach schon sind.
Wie vollzieht sich der Selbstwerdungsprozess ... weiterlesen (.pdf Datei)

16. Ute Kaiser: Ausschnitte aus dem Roman "Linus"
Eine psychologische Utopie einer Liebe
1. Der Ekel und die Banalität – Sallys quälende Selbstreflexion
Warum die Welt mir banal oder mit einem Mal wie ein großer Zauber erscheint, ist mir nicht ganz klar. Es scheint, ich könne den Blick wechseln, wie ich es will. Warum dann aber gelingt es mir nicht immer? Scheint mir das Leben ohne Zauber doch immer noch nicht lebenswert und kann ich doch nur existieren, wenn ich den Zauber darin entdecke oder erschaffe. Warum aber ist es in mir manchmal so leer und manchmal so reich?... weiterlesen (.pdf Datei)

17. Christo Karabadjakov: Mein Nietzsche: Individualismus mit Maß
Friedrich Nietzsche ist bekanntlich ein Autor von Aussagen mit radikalem Impetus: „Ich bin kein Mensch, ich bin Dynamit“ (EH: 14,1). Und in der Tat ist seine Philosophie keine der leisen Töne. Ihre manchmal enigmatischen Botschaften schlagen mit einer definitiven Selbstverständlichkeit ohnegleichen ein: „Wie man wird, was man ist“ (EH, Untertitel).
Ist es dann realistisch, von Nietzsches Philosophie eine Zurückhaltung in Wort und Denken, eine Mäßigkeit als leitendes Motiv, gar einen Individualismus mit Maß zu erwarten? Wie kann man Nietzsche als Prophet der Mäßigkeit lesen?... weiterlesen (.pdf Datei)

18. Rüdiger Kendziora: Nietzsche (Gedicht)

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19. Tobias Kronenberg: Die Materie oder das Gedicht von der Welt der Dinge.
Was Wunder, daß er später in den Dingen immer nur wiederfand, was er in sie gesteckt hatte? – Das Ding selbst, nochmals gesagt, der Begriff Ding ein Reflex bloß vom Glauben ans Ich als Ursache… Und selbst auch ihr Atom, meine Herren Mechanisten und Physiker, wie viel Irrtum, wie viel rudimentäre Psychologie ist noch in ihrem Atom rückständig! (II 973) ... weiterlesen (.pdf Datei)

20. Friedrich Ahmad Mirshamshiri: Meine Nietzsche-Erfahrung
Gepeitscht von den Wächtern der Seele, den treibenden Schafen und von den Moralpredigern, in die Askese und Selbstverleugnung getrieben, geirrt, entmündigt und vernichtet. So fühlte ich mich als ich gerade 15 Jahre alt war. Ich konnte nichts entscheiden, nichts anderes sagen, als es vorgegeben war; ich konnte nicht einmal Nicht- wollen. Ich war unter Millionen von anderen Schafen, aber fühlte ich mich seltsamerweise furchtbar einsam und traurig. Ein unheimliches und zu gleich fremdes Gefühl, das mir große Angst bereitete und das mich auch in meinem Schlaf verfolgte. Ich konnte diese Gefühle mit niemand teilen, ohne mein Leben, das schon ohne hin belastet war, zu belasten. Ich verspürte es in mir, dass meine Kraft gerade dafür ausreicht, mein augenblickliches Leben zu ertragen ...weiterlesen (.pdf Datei)

21. Christiane Pohl: Gesundheit an sich gibt es nicht…
Herr H. klingelte ungestüm und noch im Flur stehend rief er: „Mein Psychiater will meine Dosis raufsetzen – er versteht mich überhaupt nicht!“ Er war völlig außer sich. Die Stirn war schweißnass, er zitterte am ganzen Körper.
Ich kenne Herrn H. inzwischen recht gut. Er kommt in unregelmäßigen Abständen in meine Philosophische Praxis, um mit mir seine Probleme, aber auch seine Gedanken zu besprechen. Seit Jahren leidet er an einer Psychose. Die Auseinandersetzung mit ihr führt immer wieder zu Fragen, die auch Philosophen stellen: Was ist Wirklichkeit? Wie frei ist unser Handeln? Oder auch: Wie können wir Gott wahrnehmen? weiterlesen (.pdf Datei)

22. Stephan Roiss: Kein Nietzsche
Nietzsches Œuvre zeigt sich mir als die Dokumentation einer titanisch angelegten Treibjagd auf Antworten auf die Frage, wie ein Leben gelingen kann. Auch aus all den Überlegungen vordergründig theoretischer Natur tönt – wenn man Ohren hat – der Kriegslärm einer Ethik. „Was soll ich tun?“, will Nietzsche wissen. Doch niemand antwortet. Gott und all seine kläglichen Substitute sind tot, die Erde treibt zwecklos durch den Raum, von allen Sonnen losgekettet. Auch die Stimmen in ihm selbst sind verstummt, zum Tinitus degeneriert, zum Gesäusel verkommen, weil sie durch radikale Kritik ihrer einstigen Dignität beraubt wurden. Es gibt keinen vorfindbaren Halt mehr, keine verpflichtende Instanz, keinen universal gültigen Imperativ. Weder in der je Einzelnen noch außerhalb derselben ...

23. Sascha Schmidt: Nietzsche als Psychologe?
Eine der wichtigsten Monographien über Nietzsche von Walter Kaufmann lautet im Untertitel „Philosoph – Psychologe – Antichrist“ (Kaufmann, 1982). Leider taucht Nietzsche aber in Inhalten der Universitätspsychologie so gut wie überhaupt nicht auf und so musste ich mich selbst darum kümmern, auch die Perspektive(n) dieses großen Denkers für mein psychologisches Wissen nutzen zu können. Und wie reichhaltig Nietzsches Erkenntnisse auf diesem Gebiet sind, ist so schnell kaum zu überblicken.
Dass die heutigen Psychologen aber so wenig über Nietzsche wissen wollen, liegt vielleicht ... weiterlesen (.pdf Datei)

24. Pia Danilea Schmücker: Hotel Alpenrose
Am Morgen war eine merkwürdige Unruhe im Ort zu spüren. Beim Frühstück in der Bäckerei Schmitz befleißigten sich alle Gäste eines leisen Flüsterns. Er war zurückgekommen. Einige hatten ihn wiedererkannt: Ludwig Barblan war also gestern in einem schwarzem Pantalot und überbreitem Hut die Dorfstraße hinuntergegangen und in seinem Haus verschwunden. Bei jedem meiner vielen Aufenthalte hier hatte mich von neuem gewurmt, dass der alte Bau, einst das erste Haus am Platze, seit zwanzig Jahren zusehends verfiel. Im Dorf munkelte man, dass ein Jude die Alpenrose als Spekulationsobjekt aufgekauft hätte ... weiterlesen (.pdf Datei)

25. Markus Streichart: Mein Nietzsche Erlebnis
Liest man als junger Abiturient „Also sprach Zarathustra“ unbefangen und ohne Vorkenntnisse, so ist es wohl unmöglich, Nietzsche nicht als „militanten Individualisten“ zu verstehen. Beeindruckend war hierbei nicht nur die Radikalität, die den vorgetragenen Gedanken innewohnte, Bekanntes und Gegebenes zu negieren, sondern in gleicher Maßen die Art und Weise, das Wie. Die Kombination der Wörter, die Aneinanderreihung der Sätze brachten Klangfarben hervor, welche noch lange in meinem Kopf nachhallten. Das Geschriebene wirkte als eine Art Echolot ... weiterlesen (.pdf Datei)

26. Christoph Weißermel: Friedrich Nietzsche: Freiheit und Individualität
Was Friedrich Nietzsche gewaltig im „Also sprach Zarathustra“ verkündet, ist eine Frohe Botschaft.
Nicht eine religiöse, nicht die Ankunft eines Heilsbringers, sondern die der Freiheit und der dadurch ermöglichten Selbsterkenntnis.
Dass Nietzsche von überkommenen Normen und einer (kleingeistigen) moralischen Verengung befreien will, haben selbst seine Kritiker verstanden. Dass es aber auch Ängste sind, gegen die er sich wendet, wird schlechterdings verkannt.
Nietzsche stellt den Menschen in den Mittelpunkt seines Denkens. Und wo vom Übermenschen die Rede ist, handelt es sich nur um dessen höchste Form, um den Menschen in seinem ewigen Drang, der selbst und emanzipiert genug ist, Tradiertes umzuwerfen. Der nicht mehr Geschöpf ist, sondern selber schafft, aber eben auch verwirft. Alte, falsche Werte, allerdings auch Verblendung, Einbildung, ein überkommenes Selbstverständnis. Der sich entwirft, sich bestimmt; unzufrieden ist, aber mit sich selbst und sich selbst doch nicht verkennt. ...

27. Wolfgang Welsch: Mein Interesse an Nietzsche
Nietzsche ist ein Kontinent. Er enthält alles. Nicht nur "Eis und Hochgebirge", nicht nur "offene Meere", nicht nur "Unbegrenztheit der Horizont-Linien", sondern ebenso Manie und Terror, Verrücktheit und Normalität, Lachen wie Lächerlichkeit. Nietzsche versammelt den Kontinent des Abendlands.
Genauer gesagt: Er hat dessen Ländereien nach allen Richtungen durchstreift, ist in seine Tiefenschichten eingedrungen, und er hat den Kontinent schließlich zum Bersten gebracht. Nietzsche besaß eine besondere Witterung für Implikationen von Gedanken und eine Fähig¬keit, sie abzuhorchen: Nebentöne entpuppten sich ... weiterlesen (.pdf Datei)

27. Susanne Würstle: Lachen bei Nietzsche
Da Nietzsche einem in so vielen unterschiedlichen Bereichen begegnet, in Form von Zitaten oder Hinweisen und er eine Inspiration für so viele Künstler und Literaten, wie beispielsweise Thomas Mann war, finde ich, dass eine Beschäftigung mit diesem bekanntesten aller deutschen Philosophen schon fast zur Allgemeinbildung gehört. Da sein Werk aber unglaublich umfangreich und für einen Laien, wie ich einer bin, so gut wie unüberschaubar ist, begann ich meine Lektüre zunächst eher wahllos. Beeindruckt hat mich... weiterlesen (.pdf Datei)

 

Bild und Video:

1. Peter Kalab: Nietzsche-Bild Frühling 1889 (Bild)

Peter Kalab: Nietzsche-Bild Frühling 1889

2. Andreas Mascha: "TANZLIED AN DEN MISTRAL - mit DVD des VideoTanz Projekts"
ISBN: 978-3-924404-81-9 (Hör&Sehbuch)
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